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An dieser Stelle möchte ich etwas über meine persönliche Bindung zum "guten alten" UKW-Rundfunk, der mich sicherlich ein Stück weit geprägt hat, erzählen.
In Zeiten des Formatradios komme ich mir etwas hilflos und verloren vor! Erst recht, wenn ich morgens um sechs Uhr mit Mitte 40 im Auto schon geduzt werde und mir ein künstlich gut gelaunter Moderator seine Hypermotivation in den Schädel zu pressen versucht. Ausgesteuert oder besser nicht ausgesteuert mit einer Kompression, die weit ab des Erträglichen liegt.
Ok, ich gehöre nicht mehr zur Zielgruppe, bin aber dennoch Gebührenzahler, der ein wenig Respekt vom Rundfunkveranstalter erwartet.
Ich gebe offen zu, die alten Zeiten zu vermissen: als noch Zeit für eine Programmstruktur war; als es noch richtige Sendungen gab und keinen 24h-Brei. Man stelle sich vor - es gab noch Pausen und ein richtiges Pausenzeichen. Sendungen hatten ein Gesicht und Stimmen mit Wiedererkennungswert.
Ich habe damals als Knirps voller Faszination in Niedersachsen vor einem alten Röhrenradio gesessen und donnerstags auf Werner Reinke im HR1 gelauert.
 Im DJ-Studio 2 des Hessischen Rundfunks
Da wurden Antennen optimiert, der Nachbarschaft der Modelbahnverkehr wegen der Störungen untersagt und der Kühlschrank kurzerhand für eine Stunde ausgeschaltet... meine Mutter war begeistert!
Es waren Zeiten, in denen auf den 21Mhz des UKW-Bereiches noch Platz herrschte und es zwischen 100 und 108 nur rauschte. Exotische Sender fielen bei Inversionswetterlagen sofort auf. So gingen mit damals AFN Stuttgart, BBC aus Berlin, BR3 oder SWF ins Netz. Für mich eine Faszination, die heute noch spürbar ist.
Die Basis zur weiteren Empfangsoptimierung war gelegt. Richtantennen und Kanalverstärker wurden gebaut. HiFi-Receiver wie der Concerto HiFi 4040 von Telefunken wurden komplett überarbeitet und auf Kanaltrennung/ Empfindlichkeit getrimmt.
Ein Wetteifern im Freundeskreis begann. Belohnt wurden diese Anstrengungen mit rauschfreiem Fernempfang, und so war es dann auch möglich, den HR im Raum Hannover glasklar in Stereo zu hören.
Gleich nach der Schule wurde die Maschinerie angeworfen, um einmal in der Woche die Ergebnisse mit anderen zu vergleichen. Indikator war seinerzeit HR2 - Ab zwo im zwoten, Hits nach der Schule mit Martin Hecht. In einer abendlichen 2 Meter-Amateurfunkrunde wurden dann die Ergebnisse in µV ausgetauscht, verglichen und diskutiert.
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