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Das so in mir geweckte Interesse am Hörfunk gipfelte alsbald in Schwarzfunk-Aktivitäten. Es war die Zeit, als Brockdorf und das Wendland gegen die Atomindustrie und Endlager aufbegehrten und einige Piratensender aufkeimten. Mein politisches Ansinnen war aber eher gering. Mir ging es mehr um die technische Umsetzung und die Möglichkeit, das eigene Signal zu hören. Und so irrte ich mit einem Grundig-Kofferradio durch den Wald und freute mich wie ein kleines Kind, wenn es wieder ein Stück weiter reichte. Im Freundeskreis wurden Reichweitenversuche unternommen und sich gegenseitig die neuesten LPs zugespielt. Erst mit Kleinstleistungen, später dann schon mit deutlich mehr an Wucht (Watt). Daraus entwickelte sich dann ein kleiner Kreis, der einmal wöchentlich sein selbst gebasteltes Programm in den Äther absetzte - favorisierte Musik und handgemachte kleine Sketche. Anfangs wurde noch im Dunkeln von einer Anhöhe im Wald gesendet. Dies bedeutete: 15 Kg Autobatterie und 15 Kg Sendertechnik den Berg hinauf und wieder herunter schleppen. Wir wurden selbstbewusster (bequemer) und zogen uns in ein Hochhaus zurück. Sendeten später dann sogar live und in Stereo. Leider war der Auf- und Abbau der Richtantenne wohl so auffällig, dass ein im Nachbarhaus wohnender Postbeamter aufmerksam wurde und wir eines Abends, nach der Sendung, überraschenden Besuch des Fernmeldemesszuges und der Polizei bekamen. Die Herren waren freundlich, weil zuvor im Peilwagen sehr herzlich gelacht wurde. Leider kamen sie schnell wieder auf den eigentlichen Grund ihres Besuches bei uns zurück.
Der Sender ist wohl aufgrund seiner technischen Güte und Besonderheiten :O) viele Jahre ausgestellt und dann letztlich entsorgt worden.
Leider gibt es aus dieser Zeit keine Tondokumente mehr (oder doch, Toto?). Vielleicht ist das aber auch besser so...
Parallel dazu haben wir aber unser Treiben auch legalisiert und an den Wochenenden ein buntes Programm in einem Krankenhaussender dargeboten - ins Leben gerufen von einigen Sozialpädagogik- Studenten und später von uns allein betrieben, sendeten wir dann samstäglich zwei Stunden ein "Wunschprogramm" in eine alte und klapprige 100V Hausanlage. Bis Mitte der Achtziger mit recht großer Resonanz, später dann mehr für uns allein...
Mit bis zu 12 Aktiven erfüllten wir Hörerwünsche und machten Reportagen, um das Programm aufzupeppen. Alles natürlich in der Freizeit und ehrenamtlich. Es gab zwar ab und an finanzielle Zuwendungen von offizieller Seite, wie hier anlässlich des fünfjährigen Jubiläums von der damaligen Oberbürgermeisterin (1979). Doch dies war nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Lore Auerbach und Heinz Feierabend Stadtjugendpfleger "Jörns" und ich mit zartem Flaum
Es brach das Zeitalter des Privaten Rundfunks an und eben diese Konkurrenz über uns herein. Die Unterstützung des Krankenhause ließ nach, die Resonanz "bröselte" und somit brach auch unsere Motivation ein. Der Krankenhaussender ist dann Ende der 80er Jahre von uns eingestellt und aufgelöst worden .
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